Sultan bin Muhammad al-Quasimi: Bibi Fatima und die Söhne des Königs, übersetzt von Stefanie Kuballa-Cottone, Hildesheim: Olms 2019, hc., 112 Seiten, ISBN 978-3-487-08628-6, 19,80 Euro

Das prächtig aufgemachte Buch beansprucht ein Roman (7) zu sein. Das Vorwort spricht vom Machtkampf einer ehrgeizigen Frau, die – so erfährt man im folgenden – aufgrund der Machtverhältnisse in Hormuz - dort spielt die Geschichte - zum Schein Christin wird, aber diesen Religionswechsel nicht aufrecht erhält.
Von einem Roman kann nicht die Rede sein. Bestenfalls handelt es sich um ein historisches Sachbuch, das ziemlich verwirrend und aufwendig Fiktion und Realität in undurchsichtiger Weise vermischt.
Spannung erzeugt die beschriebene Handlung an keiner Stelle. Sie reiht lediglich Fakten in kaum erträglicher Trivialität und Geschwätzigkeit aneinander. Das sprachliche Gewand ist ungeeignet, das Geschehen transparent zu machen. Was eigentlich den Konflikt zwischen den Herrscher-Familien von Hormuz ausmacht, bleibt undurchsichtig. Es gibt sicherlich bessere Erzählungen aus der Zeit zwischen 1514 und 1632. 
Wahrscheinlich hätte der Autor klüger gehandelt, wenn er sich eine kürzere Zeit mit weniger handelnden Personen für seine Erzählung ausgewählt hätte.
Dass er sich vorbereitet hatte, beweist der Stammbaum (93), das Personenregister, dass die wichtigsten Personen durch Fettdruck hervorhebt (95ff) sowie ein ausführliches Quellenregister (99ff). Aber er hat zweifellos seine Fähigkeiten als Schriftsteller überschätzt.
Ich kann das Buch zur Lektüre daher nicht empfehlen.