Pakistan-Entschuldung

Lieber Herr Niebel,
in Ihrer Eigenschaft als Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung spreche ich Sie auf eine zugegebenermaßen unkonventionelle Möglichkeit an, Pakistan in den gegenwärtig riesigen Problemen zu helfen: Es wäre ganz toll, wenn Sie selbst als zuständiger Minister für die Bundesrepublik Deutschland und europaweit nachdrücklich dafür plädierten, dass Pakistan entschuldet wird, um dadurch Ressourcen freizumachen, um die innenpolitische Lage in diesem fragilen Staat zu stabilisieren und das Elend der Bevölkerung zu lindern.
Wenn Sie das Gewicht Ihres Amtes, ihrer Person und Ihrer Partei dabei in die Wagschale werfen, dürfte Ihre Bemühung nicht ganz aussichtslos sein; immerhin wäre es ein Versuch, die Ernsthaftigkeit der internationalen Hilfsbereitschaft zu testen und zugleich die Autorität Ihres Amtes im Kabinett und Ihren Einfluss auf die internationale Finanzwelt, die ja vermutlich als Gläubiger den entscheidenden Beschluss zu fassen hat.
Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie dieses Anliegen unterstützen oder gar zu Ihrem eigenen machen könnten!
Einen raschen Erfolg dabei wünscht und freundlich grüßt
Eberhard Ockel

Mutterrecht gleich Vaterrecht?

Für Väterrecht wird öffentlich gestritten,
Doch Mutterrecht scheint individuell;
um Unterhalt muss Frau noch immer bitten,
zwar rechtlich garantiert, doch hängt der Quell
Der Unterhaltszahlung ab von dem Gelde,
das Mann als Arbeitnehmer wo verdient -
und die Sozialämter sollten in Bälde
den Mann belangen, der sich frech erkühnt,
den Unterhalt bei ihnen abzuladen -
darauf vertrauend, dass ihm nichts passiert,
wenn er verursacht öffentlichen Schaden
beim Steuerzahler, der davon nichts spürt.

Wenn Väter ihren Unterhalt nicht leisten
und Ämter der Kommune diese Pflicht
in Stellvertretung zahlen für die meisten
Zahlungsunwill´gen, die auch zahlen nicht,
wenn wird gelieh´nes Geld zurückgefordert,
und frech behaupten, dass sie nicht das Geld,
zur Zahlung haben, wird oft nicht geordert
gerichtlich Prüfung, ob sich´s so verhält.

Praktisch benachteilt ist indes die Mutter,
die immer nur erhält, was durch Hartz IV
ihr zugewiesen, um davon das Futter
und Kleidung zu bezahlen nach Gebühr.
Der Mann braucht sein Gehalt nicht offenlegen,
solang er brav an das Sozialamt zahlt;
und auch wenn nicht, steht immer sie im Regen -
ein Rechtstitel, mit dem der Staat nur prahlt.

Denn häufig sind die Ämter überlastet
und prüfen nicht die echten Einkünft´ nach,
so dass die Väter bleiben oft unangetastet
und Ansprüche der Mütter liegen brach!
Dass Mütter stets das Armutsrisiko
neben der Sorge für die Kinder tragen,
ist unerträglich, denn das wäre so,
als würd man nur nach Recht, doch nicht nach Praxis fragen!

Zwar ist Recht haben und bekommen nicht das Gleiche,
doch grad die Frauen trifft´s in dem Bereich:
es scheint, dass Mann ganz oft aus Zahlungspflicht sich schleiche,
wenn die Geburt nicht Rechtsfolg´ auslöst gleich:
Eine Kontroll, ob Vater zahlungswillig
oder steht in privater Insolvenz -
Beweispflicht lieg´ beim Vater, der auch billig
so lang mit Straf´ bedroht mit Vehemenz,
so lang er seine Einkünft nicht dem Amt erklärt
und so das Strafverfolgungsrisiko abwehrt.
So wäre gleich verteilt Verantwortung
und mehr verwirklicht Gleichberechtigung!

Gedanken zum Köhler-Rücktritt

Heimlich, noch unbekannt, als Kandidat vorgeschlagen
 und gegen Schwan und Sodann wider Erwarten gesiegt;
Ohr bald und Auge und Herz am Denken und Fühlen des Volkes:
 Präsident, wie es bald hieß, der unsre Sorgen versteht!
Reden und Handeln des neuen Mannes im Schloss Bellevue schien
 aufmerksam, intuitiv, zeugend von kritischem Geist.
Stets betonte er Verantwortung als die Verpflichtung,
 sich ums Gemeinwohl zu mühn, stützend die Demokratie.
Typisch für seine Amtsführung war auch die Auszeichnung von Frauen:
 Hinter nem Mann, engagiert, gäb´s stets die Frau, die ihm hilft!

Konsequent gab er vielen Frauen das Bundesverdienstkreuz,
 konnte verhindern jedoch nicht, dasss zweierlei Maß
Ordensverleihung von Männern und Frauen bestimmte,
 Frauenquote gering blieb und zufällig oft.
Eine zweite Amtszeit ward ihm bravourös zugesprochen:
 diese entpuppte sich bald krisengeschüttelt wie nie!
Hoffnung auf kooperierende Kräfte zwischen Parteien
 lief ins Leere wie auch, dass sie ihn fragten um Rat.
Leider im Interview nach Kabulbesuch sprach im Flugzeug
 missverständlich er aus: Freihandel rechtfert´ge Krieg
Einschränkend hatte er “auch” und “notfalls” dazu noch geäußert,
 aber “Grundgesetzbruch!” und “Lübke II!” man gar schrie.
Rücktritt war vollends ein Grund, die Eignung ihm abzuerkennen:
 bundespräsidial halte man aus wohl Kritik!

Frage drängt sich nun auf nach der Rolle des Staatsoberhauptes:
 unabhängiger Kopf oder politisch versiert?
Richtig betrachtet handelt hier ein gefühlvoller Mensch konsequent wohl:
 seine Würde er wahrt, schützt seine Integrität.
Oh, wie wünschte ich mir, dass nun in der Bundesversammlung
 würde gewählt Achim Gauck statt des Parteisoldats Wulff!
Nicht verhehle ich mir die verheerende Wirkung auf Merkel:
 taktische Spielchen nicht mehr! Führung ist jetzt angesagt!
Teuer wär mir das Zeichen, es kündete Reste von Hoffnung:
 dass die Menschlichkeit siegt gegen das Spiel mit der Macht!

Lob des Fahrrads

Fahrrad, du mein liebes Tretmobil,
spendest ganz besondres Weltgefühl;
du trainierst des Treters Muskelspiel
und schenkst Radlern Sinngenüsse viel.

Allerdings liebst du auch die Gefahr -
Radlerköpfe sind der Helme bar,
außer sie sind Kleinkinder fürwahr
oder Stürze hab´n bekehrt sie gar.

Höhenunterschiede sind ein Greul,
ist die Radlerin einmal in Eil -
außerdem noch niemand bietet feil
eine Bremsleucht´ als Verkehrsschutzteil.

Radelst du an Straßen mal entlang,
sei dort immer vorsichtig, ja bang:
häufig stört, dass Autos Überschwang
aus der Nebenstraße in die Radbahn drang.

Relativ sind sicher Radlerspuren,
die abständig von der Straße fuhren;
doch sie bessern kaum Rowdykulturen:
immer Autos gibt´s, die Radweg´ überfuhren.

Aber ist die Gegend glatt und eben,
lässt´s sich da als Radler sehr gut leben:
überall kann er dazwischen schweben,
wo die Autostaus vor Wut erbeben.

Doch noch immer “Auto” wird gedacht,
wenn Verkehr geplant wird. Gebt doch acht,
dass viel mehr für Radler wird gemacht!
Segen für die Umwelt Tag und Nacht!

Schließlich fehlt hier noch der Schlussappell:
Alles geht doch heute viel zu schnell!
Die Entschleunigung ist rasch zur Stell:
Radle ohne Wetterrücksicht! Gell?

Missbrauch

Missbrauch füllt täglich Zeitungsspalten:
Man wird in Spannung so gehalten
und das Interesse nicht erkalten
wird bestimmt, das ist garantiert,
wenn Kirche den Skandal anführt.

Dabei macht sich wohl keiner klar,
dass Missbrauch familiär stets war,
dass Opfer waren Kind und Frau-
die Zahl weiß man nicht mal genau! -
die nach dem Missbrauch warn entehrt-
egal von wem – auch wenn gewehrt
Sie hatten sich, sie warn nichts wert.
Die Ihren haben sie verstoßen:
Sie konnten froh sein, mit dem bloßen
Dasein dem Grauen zu entrinnen;
verständlich, dass manchmal von Sinnen
die Armen sich dann selbst entleibt,
weil ihnen nichts mehr übrig bleibt
als schlimmstenfalls Prostitution -
und welcher Mensch wählt die Option?

Und wie hat man sich vorzustellen
nun einen von den Missbrauchsfällen?
So wird ein Mädchen oft missbraucht:
der Vater, Onkel, Pate haucht
Ihr leise lächelnd mal ins Ohr:
schieb doch mal rasch den Riegel vor!
Und was sich dann zu zweit ergibt,
dafür er ihr die Schuld zuschiebt:
Sie hab sich förmlich angeboten,
herausgekitzelt mit den Pfoten…
auch soll sie halten es geheim
und wenn sich fruchtbar weist der Keim,
so findet sich ein Helfer noch,
der ausschabt, was kroch in das Loch;
und bleibt sie dadurch unfruchtbar
und klagt darob, dann ist’s nicht wahr!
Das bildet sie sich ja nur ein!
Er kann das nicht gewesen sein!