Hand- oder Kopf-Arbeit

Vom Kommunismus reicht bis heut ein Vorurteil:
Dass Arbeiter der Faust mehr wert als die durch Geist;
Zur Folge hat's, dass Geist-Produkt gilt wen'ger feil,
Dass Lehrerverdienst drum zu wenig Geld aufweist,
Dass Handwerkerverdienst schon ne geraume Weil'
Als Produktionsberuf durch Stundenlohn wird feist;
Indes, wer lehrt und forscht, in Schul' und Hochschul' kreist,
Für gering wird geacht't, Aufstiegschance ist nicht steil.
Im Osten der EU somit einhellig gilt:
Ob Polen, ob Ungarn ein einheitliches Bild:
Wer leben will und lehrt, wogegen Brecht sanft schilt,
Der kann nicht existiern und, was den Beutel füllt,
Zwingt zweiten, dritten Job, macht letztlich Menschen wild.
Nur Anerkennung mehr die Unruhe je stillt

Was macht den Wert des Menschen aus?

Angesichts der weltweiten Fluchtbewegungen und der nationalen Ängste ist die Frage mehr als berechtigt:
Ist es die Fahne, die ihn in eine staatliche Struktur einbindet?
Ist es der Ausweis, der Pass, der die nationale Zugehörigkeit bescheinigt?
Ist es die Geburtsurkunde, die Name und Ankunft auf der Erde besiegelt?
Ist es womöglich sein Kapital-Vermögen?
Ist es sein Outfit, seine Kleidung? Ist es sein Aussehen?
Was bleibt, wenn all dies verneint wird?
Wer kümmert sich um das Leben eines Menschen, der in seinem Land nicht mehr leben kann? Verfolgt wird? Massiv am Leben gehindert? Vom Tod bedroht?
Wer gewährt ihm Asyl?
Wer versteht ihn, hilft ihm und gewährt ihm neue Heimat?
Wer unterstützt ihn beim Bildungs- und Berufsweg, bis er auf eigenen Füßen steht?

Ist nicht jeder Mensch ein einmaliger Entwurf mit Talenten und Möglichkeiten?
Was kann er dafür, dass er unter bestimmten Bedingungen und Chancen so geworden ist? Was kann ich dafür?
Ist seine kulturelle Prägung nicht eine Chance in der Begegnung?
Welcher Reichtum erwächst mir in dieser Begegnung?

Muss die Sprache zur Barriere werden? Kann mir in der Begegnung nicht meine Sprache im Blick des anderen Menschen neu kostbar werden? Welche Möglichkeiten des Klangs und Ausdrucks bietet die fremde Sprache? Und meine im Vergleich?
Kann ich nicht ganz neue kreative Methoden zum Verstehen entwickeln?
Kann mir nicht der Kontakt zur Kultur des anderen zur Quelle werden?
Kann mir nicht dieser Einblick erst die eigene Kultur neu und kostbar aufscheinen lassen?
Ist der Andere/die Fremde nicht immer wieder Anfrage, Herausforderung?

Gehe ich auf den Anderen, den Fremden zu? Überwinde ich die eigene Scheu?
Stelle ich mich ihm entschlossen mit meiner Zeit zur Verfügung?
Was kann ich, was er braucht? Was habe ich, was ich teilen kann?
Bin ich bereit, meine Tür für ihn zu öffnen?
Bin ich bereit, Pate, Wahlverwandter zu sein - mit allen Risiken?
Bin ich bereit, Verantwortung, auch finanziell, für ihn zu übernehmen?

Wie reagiere ich auf abschätzige Bemerkungen über Flüchtlinge?
Erlebe ich sie wirklich als Schmarotzer? Als Armutsflüchtlinge?
Bin ich bereit, mir ein differenziertes Bild von Flüchtlingen und Fluchtursachen zu machen? Habe ich Angst, meine tiefverwurzelten Vorurteile zu hinterfragen?
Lasse ich Flüchtlinge überhaupt an mich heran? Gehe ich auf sie zu?

Schilda?

Sonderschullehrer wöchentlich zwei Stunden -
zum Förderbedarf werden sie geschunden,
zur Inklusion in Grundschul'n eingebunden,
doch nur, wenn Förder-Schüler sich gefunden!

In eine Normalklasse nur zu gehen,
wo sicher manche Störenfried' durchdrehen
und schon von ferne wirkt des Mutwills Wehen -
ist überflüssig man, doch gern gesehen.

Solch Maßnahm'n - nur mit Vorschrift zu begründen,
ohn' dass ein Anlass in der Schul'zu finden -
das scheint zu passen auf Verwaltungs-Sünden,
schlimmere mag selbst Schilda uns nicht künden.

Ein weit'res Übel sind die Bauvorschriften:
ein Baumhaus ist zu hoch - die Nachbarn giften. -
Dass Kinder gern rauf klettern und dort spielen,
ist ganz egal: Vorschriften muss man fühlen!

Das schöne Baumhaus wird nun abgerissen -
die Kinder werden sich abfinden müssen.
Kein Wunder - ist es doch total beschissen!
Amtsschimmel wiehert oft - das muss man wissen! 

Geldräuber

Unser Herr Jesus erzählte das Gleichnis vom Samaritaner:
            der um den Nächsten sich sorgt, unter die Räuber gefall'n
Heute muss man das Gleichnis ganz anders erzählen und deshalb
            wie heut das Gleichnis erklärt Arbeit und Kapital.
Hört man in allen Meldungen, wie mit Aktienkäufen
            Geld wird locker verdient, ohne dass etwas man schafft.
Wenn Unternehmen Arbeiter kündigen, steigen die Kurse;
            denn Unternehmensgewinn nur nützt dem Aktionär.
Sauer verdient jeder Arbeitnehmer, was Streiks und Gewerkschaft
            Einkommenszuwächse schafft, meist es die Progression schluckt.
Scheint nicht naheliegend, dass hier Deutung des Gleichnis' sich findet?
            Raub zweifellos findet statt und ohne Arbeit Verdienst.
Räuber sind Steuerbehörden, Aktionäre und Banken,
            ihr Vorgehen bewirkt, dass sich das Geld stets vermehrt.
Allerdings werden dadurch viele Mitbürger sukzessiv ärmer,
            denn die Vermehrung des Gelds kommt nur den Reichen zugut.
Steuern auf Aktiengewinne werden von London blockiert und
            Steuerfrei bleibt Deutsche Bank, weil sie die "Schlupflöcher" nutzt.
Steuerzahler sind die Verbraucher, die Familien besonders,
            kaum reicht ein Einkommen noch, Zeit fehlt für Jahresausgleich.
Hunger weltweit von Kindern kontrastiert aus der Börse für Nahrung,
            woran der eine verdient, daran der andre krepiert.
Sollte nicht bald sich wieder Verantwortung zeigen, verbunden
            mit dem unleugbaren Wort: essbar ist niemals das Geld,
käuflich nicht Liebe, nicht Freundschaft, nicht Luft, nicht Wasser, Natur nicht, 
            auch Erinnerung nicht, die man so gerne oft fälscht.

Liebe MitChristen, liebe Menschen guten Willens!

Stehn Schatten der Urchristenheit hier auf?

Sind Christenverfolgungen und -vertreibung,
ja Vergewaltigung und Folter, Tod
im Namen Allahs jetzt im Irak Trend,
indes in Bagdad die gewählt' Vertreter,
unfähig, ihren Präsident zu wählen,
ihre vom Volk durch Wahl Verantwortung
mit Füßen treten? Herrscht dort Anarchie?

Und weitet sich der Blick auf die Region,
muss nicht Entsetzen sich noch weiter steigern?
Im Gaza-Streifen herrscht unstrittig Krieg
und ebenso mit hohem Todes-Zoll
in Syrien ein unbarmherzig Morden.

Wie kleinkariert erscheint da Glaubenskrieg,
der zwischen Christ-Bekennern sich oft findet?
Zusammenstehn heißt das Gebot der Stunde,
und jeder Friedensfreund auch des Islam
ist aufgerufen diese Greuel zu stoppen!
Wer hier nicht lauthals schreiend protestiert,
stellt außerhalb sich jedweder Moral!