Wahnsinn: ein 19 km Tunnel unter der Ostsee

Letzte Instanz: das Bundesverwaltungsgericht hat entschieden
Ökonomie siegt über Ökologie, ungeachtet,
ob und wie die Natur des Meeres durch diesen erheblich'n
Schaden verursachenden und nur der Geschwindigkeit dienend'n
Aufwand beeinträchtigt werden könnte; es scheint fast, als habe
einzig formal die Maxime gegolten: nun muss aber Schluss sein!
Wer kann bei solch gewaltigen Bauvorhaben denn bürgen,
das Meerestiere geschützt und dass "klimafreundlich" gebaut wird,
wo Unternehmer gemeinsam mit Wirtschaftsministern zufrieden!?
Diesmal wird sogar der Meeresboden versiegelt und Ziel ist:
rascher mit Auto und Zug als mit Fährschiff zuvor man vertrödelt.
Wo bleiben ehrgeizige Klimabekenntnisse, wo resolute
nachhaltige Entscheidungen: unverantwortlich ist das,
was Vogel-Strauß-Politiker in allen Ländern Europas
Klima und Diversität der Natur zum Trotz unternehmen.
Alle verkünden sie hehre Ziele: Sie wollen erreichen
bessere Klimabilanz und nachhaltig schützen Natur auch!

Wie kann ein Tunnel unter der Ostsee solches bewirken?

Atomwaffen ächten noch im Jahr 2020

Auf der Webseite von Pax Christi können Sie mehr über die Forderung zum Beitritt von Deutschland zum Atomwaffenverbotsvertrag der Vereinten Nationen lesen.

Der letzte Schrei

Kreuzfahrtschiffe: was gibt es Besseres für Urlaubsvergnügen?
   Was das Herz immer begehrt – nichts bleibt dem Wunsch hier versagt!
Dass man die Meere verdreckt und durch Landemanöver die Ziele,
   Nimmt gern in Kauf der Tourist, denn er hat ja bezahlt!
Umwelt- und Klimaverpestung, Vernichtung von Flora und Fauna –
   Damit wird immer gewarnt, doch das vergällt bloß den Spaß.
Kauft man sich doch zum Pauschalpreis in Freizeitpark ein gleich:
   Kino, Theater und Tanz, Nervenkitzel komplett!
Schaukeln auf Wellen und Stürme daneben – frei Haus geliefert,
   Kultur- und Natur-Denkmal weltweit eröffnet dem Blick.

Hauptsache: viel hat erlebt der eine, die andere auf Reisen –
   Reederei nur diktiert, was man geboten bekommt.
Hirnlose Spaß-Jägerei und alles auf Kosten der Umwelt –
   Wann wann denkt Mann/Frau drüber nach, ob und wozu man das braucht!

            (Angeregt durch: "Höllenritt auf hoher See", in Die ZEIT, Nr. 30/16. Juli 2020 , S. 24)

"Der letzte Schrei" lesen Sie auch hier. Weitere Texte zum Thema "Die Liebe in Zeiten von Corona" finden Sie im Publik-Forum.

Distichen/Elegien/Xenien aus der Corona-Zeit

Lehre aus extremer Zeit

Sonniges lockt uns hinaus und dennoch sind tot fast die Straßen,
Leben, gesellig und bunt, infektionshalber verdammt.
Kontrolliert wird die Maßregel streng, es drohen Bußgelder,
wenn gar jemand es wagt, nah beieinander zu stehn
gruppenweise sogar; ein Altenwohnheim besuchen
darf selbst Verwandtschaft nicht mehr, Risikogruppen, so heißt's,
seien zu schonen, das löst aus gewiss stille Tränen Betroff'ner
die als Gefangene fast in ihren Zimmern ausharr'n.
Tröpfchen, so heißt es, befördern die Ansteckung weiter und drum auch
braucht es den Abstand vom Mensch zu andern Menschen genau.
Schlangen, die warten auf Abfertigung, sie dehnen sich manchmal,
und man kauft gern ein Trikot, auf dem steht: bitte Abstand!
Willkommen neue Moral und Hilfsbereitschaft in der Breite:
Alte bestelln per Notruf, Junge beliefern sie gern.
Hoffentlich lernt die Regierung daraus: mit Gesundheit verdienen,
gar Fallprämien zahln, wie es derzeit geschieht,
führt, wie man sieht, zu Sparsamkeit bei den Gehältern, und sparen
heißt, wie die Wirtschaft uns lehrt: wegrationieren sofort!
Schwestern und Pfleger am Limit, das kann doch nur heißen:
ökonomisch ist nur, was bringt Geld dem Betrieb!
Konnte man staunend doch hören, die Eingriffe würden sich häufen,
doch es sei durchaus nicht klar, ob sie notwendig auch stets.
Darum fehlte die Zeit allenthalben, dem Mensch sich zu widmen!
Bitter rächt es sich jetzt, wo die Pandemie droht.
Umdenken heißt das Gebot der Stunde, dem Mitmensch soll gelten,
was wir denken und ihm und auch ihr gelte das Tun!
Überwiegend die Last dieser Wochen liegt mal wieder auf Frauen:
unwichtig gilt, was sie tun, schlecht bezahlt obendrein!
Hohe Zeit ist's, ich denke, dass Nachbarschaftsfürsorge Raum greift,
jeder und jede für sich nicht lebt und handelt und denkt.
Solidarität und Gemeinsinn, sie stützen die Demokratie pur,
Freiheit sie garantiert bloß, wenn diese Rücksicht einschließt.
Wertschätzung, Achtung für jeden und jede, auch geflüchteten Menschen,
Wahlverwandtschaft bietet an, wo findet Mensch sonst kaum Halt.
Weißt du, wer um dich rum lebt? Weißt du, wer ohne dich darbt?
Weißt du wo außer dem Heim Not herrscht, weil du konsumierst?
Lerntest du deinen ökologischen Fußabdruck kennen?
Wie reagierst du darauf? Brauchst du all das, was du kaufst?

Distichen/Elegien/Xenien aus der Corona-Zeit

Charakteristisch Distanz, deren Einhaltung streng kontrolliert wird,
machen die Sicherheit aus - Infektion Lächeln erlaubt!
Offenbar wirkt das derzeitige Chaos auch positiv: Jugend -
ehrenamtlich bemüht - sorgt für Gefährdete gleich.
Rundum rühren sich auch die Künstler der Musik, der Worte:
alle nutzen das Netz: Youtube und Twitter & Co.
Obwohl groß ist die Sorge, dass versprochene Hilfe nicht ankommt:
Kurzarbeit, längst schon erfleht, ist nicht zur rechten Zeit da.
Nimmt die Regierung doch Geld in die Hand, schwarze Null scheint vergessen!
Riesig die Summe der Schuld, übersteigt die von 2008.
Alle hoffen auf Zukunft: ein Weiter so darf es nicht geben!
Egoismus ade! Vor Ort und europa-weit!

Kooperieren im Kleinen und Großen, heißt jetzt die Devise;
Trump ist ein Gegenmodell: bitter sich Eitelkeit rächt.
Recht und Gerechtigkeit soll die Gesellschaft von jetzt an durchwirken;
was im Kleinen beginnt, setze sich weltweit auch fort.
Interesse fürs Wohl der Gemeinde - pandemieartig
breite sich aus in der Welt: Weltethos sei unser Ziel!
Schutz und Schirm, eine Güter-Verteilung zugunsten der Ärmsten
weltweit ist angesagt: unser Konsum ist's Problem!
Ehrgeizig sollten wir sein, eine lebenswerte Umgebung
schaffen wir nur durch Verzicht: drei Erden haben wir nicht!

Alle im selben Boot, aber noch viel sind im Wasser und paddeln...
wer die Verantwortung trägt? Jeder und jede von uns!